“Dann wird die Wüste zum Paradies“

Freitag, 13. Januar 2017

Katholischer Konfessionsteil Kanton St.Gallen: 1,1 Millionen Franken für Entwicklungshilfe 2016

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Dann wird die Wüste zum Paradies»

Sauberes Wasser, Gesundheitsversorgung, Schulbildung und ein Dach über dem Kopf sind nicht überall (meist) so selbstverständlich wie in Westeuropa. Der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen unterstützt jährlich mit 1,1 Millionen Franken kirchliche Projekte im Bereich Entwicklungshilfe. Ziel ist, den Menschen in ihrer Heimat ein sicheres Leben mit Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.

In der Don Bosco Academy Nalgonda/Indien, erhalten aktuell 1'500 Kinder und Jugendliche von vier bis 16 Jahren eine schulische Ausbildung. Weitere 1'000 besuchen weiterführende Studien. Es sind Kinder armer Familien, die hier eine echte Chance erhalten. Die Schule mit Internat ist eines von rund 50 Projekten, die der Katholische Konfessionsteil 2016 unterstützt hat.

Paten aus unserer Region
Für Afrika, Asien, den Nahen Osten und in Osteuropa kamen Gesuche. Voraussetzung für Unterstützung ist, dass Menschen aus dem Bistum St.Gallen, Mitarbeitende von Hilfswerken oder Ordensgemeinschaften als Paten für die Projekte einstehen. Für Jugendliche in Nigeria wurde auf Antrag des Pastoralassistenten Mike Chukwuma (Au) Handwerksgerät angeschafft, das für technische Ausbildungen dient. In Brasilien wird vom Sozialprojekt «Criança e Familia» ein Vorkurs für künftige Auto- und Motorradmechaniker ermöglicht, hier ist Reinhold Wick (St.Gallen) Kontaktperson. In Indien und Senegal werden Schulhäuser gebaut, in Brasilien ein Haus für drogenabhängige Patienten oder in Myanmar eine Unterkunft für Waisen- und Leprahilfe. Im Gesundheitsbereich ist die «Casa de la mujer» in Nicaragua ein Beispiel, Gesundheitsprojekte in Peru oder Beiträge an das Musiso Mission Hospital der Bethlehem Mission Immensee in Simbabwe. Traurige Notwendigkeit hat das missio-Projekt «Aufklärung über die weibliche Genitalverstümmelung» in Tansania.

Projekteinsätze
Schweizerinnen und Schweizer aus dem Bistum St.Gallen, die in kirchlichen Entwicklungshilfe-Projekten arbeiten, erhalten vom Konfessionsteil die Kosten der Sozialversicherungsbeiträge erstattet. Je Projekt werden zwischen 1'000 und 25'000 Franken ausbezahlt. In den einzelnen Projektländern sind das bedeutende Summen, mit denen viel erreicht werden kann. Oft braucht es wenig: «Wir verteilten heute viele Ziegen und ein Kalb», schrieb Fr. Francis Kodiyan Ende Jahr an die Verwaltung des Konfessionsteils, Nutztiere, die indischen Familien eine echte Lebensgrundlage ermöglichen. Ebenso wie die vier Wasserpumpen finanziert vom Katholischen Konfessionsteil, die in Oeiras/Brasilien, den Menschen sauberes Trinkwasser liefern, die Tiere tränken und die Plantagen fruchtbar werden lassen. «Eine weitere Aktion die beiträgt, dass Menschen in ihrer Heimat bleiben und leben können», schrieb dazu Projektgötti Heinz Bertelmann aus Jona. «Wasser braucht das Land, dann wird die Wüste zum Paradies».

In Südafrika führt der Gossauer Priester Christoph Schönenberger das Projekt «Ha Phororo». Es bietet Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus teils schwierigen Verhältnissen Bildungs- und Freizeitangebote. Regelmässig arbeiten Menschen aus der Ostschweiz für einige Zeit mit, für sie übernimmt der Konfessionsteil Sozialversicherungsbeiträge.

Bild: Christoph Balmer Waser

 
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