250 Jahre barocke Stiftskirche

Donnerstag, 23. März 2017

Kathedrale St.Gallen: Feier und Bücher zum Jubiläum

250 Jahre barocke Stiftskirche

Im Jahr 1767, vor 250 Jahren, wurde der Barockbau der Kathedrale (bis 1805 Stiftskirche des Benediktinerklosters) im heutigen Erscheinungsbild fertiggestellt. An Mariä Himmelfahrt, 13. August, wird das Jubiläum offiziell gefeiert. Zwei Buchneuerscheinungen stellen das wunderbare Gotteshaus in den Mittelpunkt.

Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das Pontifikalamt mit Bischof Markus Büchel am 13. August. Es wird musikalisch mitgestaltet von der Dommusik. Nach dem Gottesdienst sind alle zu einem einfachen Imbiss eingeladen.

«Schön ist sie! Die St.Galler Kathedrale» heisst ein neues Buch von Ivo Ledergerber (Texte) und Paul Joos (Fotos). Es ist ein Buch das durch leichte Sprache und eine wunderschöne Bildgestaltung überzeugt. Die Vernissage ist am Dienstag, 16. Mai, 18 Uhr, im Anschluss an die Domvesper (Beginn 17.30 Uhr) im Chorraum der Kathedrale.

Dr. Josef Grünenfelder arbeitet mit diversen Mitautoren an der Buchneuerscheinung «Die Kathedrale St.Gallen – Das spätbarocke Bauwerk und seine Ausstattung», eine kunstwissenschaftliche Aufarbeitung mit viel Bildmaterial. Auch hier findet die Buchvernissage im Chorraum der Kathedrale im Anschluss an die Domvesper vom 28. November, 18 Uhr, statt (Beginn Vesper um 17.30 Uhr). Zusammen mit der Buchvernissage wird auch die Winterausstellung der Stiftsbibliothek zum Thema Barock eröffnet. Denn auch der Barocksaal der Stiftsbibliothek wird in diesem Jahr 250 Jahre alt.

Die Verantwortlichen des Bistums und des Katholischen Konfessionsteils laden allen zum Mitfeiern ein und bitten, diese Termine in der Agenda zu reservieren. (thf)

 

Zusatzinformation zur Geschichte der Stiftskirche

 

Über 1000-jährige Geschichte

Im Jahr 1767, war der heutige Barockbau der Kathedrale St.Gallen (bis 1798 Stiftskirche des Benediktinerklosters St.Gallen) weitgehend fertiggestellt. Die Geschichte der Gotteshäuser am Fuss des Steinachtobels reicht allerdings über 1000 Jahre zurück. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung:

Ursprünglich stand im Gebiet der heutigen Kathedrale das Bethaus des heiligen Gallus, bei dem der Heilige um das Jahr 640 bestattet wurde. Alle jüngeren Bauten entstanden im Umkreis dieses Gallus-Grabes. Die Existenz einer steinernen Kirche ist zur Zeit der Klostergründung im Jahr 720 überliefert. Um 830 wird bereits eine grössere Kirche errichtet. Stetige Veränderungen und Erweiterungen zeugten von der wachsenden Bedeutung des Benediktiner-Klosters St.Gallen. Im 15. Jahrhundert bauten die Benediktiner mit Hilfe der Stadtbürger einen gotischen Chor. 1755 bis 1767 entstand unter der Leitung von Fürstabt Cölestin Gugger von Staudach, dem Baumeister Peter Thumb (Rotunde mit Schiff) und Johann Michael Beer von Bildstein (Chor mit Doppelturmfassade) ein Neubau, so wie er sich heute noch präsentiert. Mit dem Barocken Neubau erreicht die Kathedrale auch ihre heutige Länge von 97 Metern. Schiff und Chor sind 27 Meter breit, die Rotunde 37,4 Meter.

Unter der Leitung des Bildhauers Christan Wenzinger hatten namhafte Künstler eine einheitliche künstlerische Ausstattung umgesetzt. Die Fläche der Deckengemälde von Josef Wannenmacher beträgt eindrücklich 2500 Quadratmeter. Josef Anton Feuchtmayr war mit mehreren Holzkünstlern verantwortlich für das prachtvolle Chorgestühl sowie die Beichtstühle.

Zum höchsten Punkt der Gewölbe sind es 27,5 Meter. Die beiden auffälligen Türme des Gotteshauses sind je 68 Meter hoch. Der Hochaltar wurde wie die Empore erst 1810 erstellt.

1798 setzte die Helvetik der territorialen Herrschaft des Klosterabtes ein Ende, das Kloster wurde auf Beschluss des Grossen Rates des Kantons St.Gallen 1805 mit 36 zu 33 Stimmen aufgehoben. Teile des ehemaligen Klosterbesitzes wurden 1813 den Katholikinnen und Katholiken zurückgegeben. 1847 erhielt St.Gallen eine eigene Diözese, nachdem es vorher zum Bistum Konstanz gehört hatte und ab 1823 dem Doppelbistum Chur/St.Gallen zugeteilt worden war. Die Stiftskirche wurde nach Aufhebung des Klosters 1824 zur Pfarrkirche und nach Errichtung des Bistums zur Kathedrale (Bischofskirche).

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